Zu Besuch in der Redaktion

Neulich bot sich eine riesige Chance für die Mitglieder unserer Waldhof-Redaktion, einen Einblick in die Welt des Journalismus zu bekommen, und zwar einen Einblick in den Tagesablauf und die Tagesstruktur der lokalen Redaktion der Neuen Westfälischen in der Niedernstraße.

Zuerst betraten wir das Gebäude der Neue Westfälischen durch den Haupteingang und wurden von Michaela Heinze, der freien Journalistin und Reportagefotografin, begrüßt und über den Hinterhof in die Redaktionsetage mit vielen offenen Büros geleitet. Unterwegs bekamen wir hinter Glastüren zahlreiche Menschen, die komplett in ihre Arbeit vertieft schienen, zu sehen.

Im Konferenzraum wurden wir von Nico Buchholz, dem stellvertretenden Redaktionsleiter,

begrüßt. Danach durften die Mitglieder der Waldhof-Redaktion ihre Fragen stellen und erhielten einen klaren und deutlichen Einblick in den Alltag journalistischer Tätigkeiten.

Dabei erfuhren wir zum Beispiel, dass eine tägliche sogenannte „Koordinationskonferenz“ stattfindet, in der man mehrere Fragen klärt, wie z. B., was die wichtigsten Einmeldungen sind und was vermutlich spannend auf die Leserschaft wirkt und was nicht. Besprochen werden zudem auch mehrere aktuelle Diagramme, die statistisch darstellen, wie die Onlineleser der Neuen Westfälischen auf die Webseite kommen, also z. B. durch Suchmaschinen wie Google, und ob die LeserInnen nach der Abo-Anfrage auch weiterlesen und die Ausgabe der Neuen Westfälischen abonnieren, oder ob sie das Lesen abbrechen.

Diese täglichen Konferenzen koordinieren den journalistischen Alltag und geben allen Mitarbeitenden eine klare Vorstellung davon, was man zu tun hat und worin die eigene Aufgabe besteht. Das Hauptziel dabei ist, zumindest für den Bereich der Onlineleser, die Anzahl die Menschen, die direkt nach der Webseite der Neuen Westfälischen suchen, zu erhöhen und nicht direkt die Anzahl der Leser, die durch andere Webseiten auf die Seite der NW kommen.

Es kam oft die Frage auf, wie eigentlich ein Artikel entsteht, und dies ist ein wichtiger Aspekt im Bereich des Journalismus. Wie wir erfuhren, werden natürlich zuerst Informationen für den Text gesucht und dann wird erst der Text verfasst. Danach wird entschieden, wo der fertiggestellte Artikel in der Zeitung platziert wird, also auf der Titelseite oder bei den Kommentaren, die sich meistens weiter hinten auf den letzten Seiten befinden. Und es wird natürlich auch die Frage geklärt, wann der Artikel veröffentlicht werden sollte, denn es könnte z. B. andere, wichtigere Themen geben, die sofort veröffentlicht werden müssen. Wenn wichtige Eilmeldungen eintreffen, kann man auch mit dem geplanten Artikel ein bisschen warten, dies ist zum Beispiel der Fall bei einer Kriegserklärung. In so einem Fall, wenn eine Eilmeldung eintrifft, dann muss man als Journalist oder Journalistin manchmal auch den Artikel, an dem man im Moment arbeitet, liegen lassen und sich auf das signifikantere Thema fokussieren. Dies alles wird bei jedem Text für eine Veröffentlichung getan. Zum journalistischen Alltag gehören natürlich offensichtlich auch Recherchen sowie das Erstellen von Videos und Fotos.

Soziale Medien bieten dabei zahlreiche Möglichkeiten für den Journalismus, da man Kontakt zu unzähligen Menschen herstellen kann und somit auch viel mehr Informationen erhaltenen kann und auch hierdurch viel Zeit spart. Schließlich muss man Menschen nicht unbedingt aufsuchen, um sie zu interviewen.

Zur Recherche gehört auch die Nutzung von KI. KI wird den Journalismus auf keinen Fall ersetzen, das wurde uns auch versichert, doch wenn man einen Prompt richtig erstellt und überprüft, ob die angegebenen Quellen auch seriös sind, dann kann dies auch eine Menge Zeit ersparen.

Doch KI ist im Journalismus auch ein Problem, da die KI Informationen, die in Zeitungen, wie z.B. der Neuen Westfälische, erläutert werden, zusammenfassen und kostenlos wiedergeben kann. Dies ist zurzeit ein großes Problem, da die Arbeit, die in die tägliche Ausgabe einer Zeitung gesteckt

wird, nicht respektiert wird. Im Moment stehen in den Digital Service Acts keine feststehenden

Regeln dazu, doch es wird daran gearbeitet, insbesondere von der Seite der EU.

Die lokale Redaktion der Neuen Westfälischen ist zurzeit auch darauf fokussiert,

Medienkompetenz zu verbreiten, vor allem in Schulen und generell unter der jüngeren

Generation.Die Neue Westfälische veranstaltet zahlreiche Schulbesuche zum Thema

,,Medienkompetenz“, um Unterstützung in diesem Thema zu leisten, z. B. durch das

Veranschaulichen, wie man sogenannte Deepfakes von echten Videos unterscheiden kann. Die Seriosität von Deepfakes nimmt zurzeit stark zu, sodass zahlreiche seriöse Quellen Schwierigkeiten haben, die Glaubwürdigkeit von Videos zu überprüfen. Deswegen will die Neue Westfälische

schon jüngeren Menschen Unterstützung leisten, damit man im späteren Leben auch

medienkompetent vorgeht und nicht auf Fake News hereinfällt.

Nach all diesen Informationen, die wir im Konferenzraum erhielten, gesellte sich Ariane Mönikes, Redakteurin für Aus-und Weiterbildung, zu uns und informierte uns darüber, dass man heutzutage auch als freie Mitarbeiterin in manchen Redaktionen arbeiten kann, wenn man als Schülerin oder Schüler an Journalismus interessiert ist. Man wird dann pro Artikel bezahlt und dadurch kann man schon früh etwas über den Bereich des Journalismus erfahren und generell viele neue wichtige Erfahrungen für das weitere Leben sammeln. Danach berichtete Ariane Mönikes weitere Fakten über den Alltag in der NW-Redaktion und den journalistischen Berufszweig.

Sie beschrieb die Neue Westfälische als ein sehr soziales, doch auch modernes Unternehmen, da man versucht, sich auch an die digitale Welt anzupassen, z. B. durch Onlineausgaben der Zeitung und durch Podcasts.

Gleichzeitig sei wichtig in einer Redaktion, alle Altersgruppen in den journalistischen Alltag miteinzubeziehen, da ältere Menschen, ungefähr im Alter von 60+ Jahren, sehr gut vernetzt sind und dadurch viele Kontakte haben, was ein unglaublicher Vorteil bei einer Informationssuche sein kann. Zudem haben ältere Altersgruppen viel Erfahrung gesammelt, was immer ein positiver Aspekt ist. Doch die jüngere Generation ist schnell unterwegs, was sehr viel zur Ausgabe einer Zeitung beiträgt.

Generell ist der Beruf als Journalist kein familienfreundlicher Beruf, da man zeitlich verfügbar sein sollte, wenn man z. B. eine neue Einmeldung erhält und sofort zum Ort des Geschehens muss. Zudem wird an Feiertagen, wie z. B. Weihnachten und Neujahr, und am Wochenende auch gearbeitet. Wenn man darüber nachdenkt, dann wirkt dies doch sehr logisch, da z. B. Arminia oft am Wochenende spielt und wenn man darüber einen Bericht schreiben wollen würde, dann müsste man auch am Wochenende arbeiten. Außerdem gibt es einen Früh- und Spätdienst, was nochmal zeigt, dass man zeitlich flexibel sein sollte.

Insgesamt bekam man während des Besuchs einen sehr lebhaften Einblick in das Geschehen in der Redaktion, was viele Fragen klärte und uns die Welt des Journalismus eröffnete. Das Erlebnis war unglaublich lehrreich und beinhaltete viele Informationen, und es machte auch einfach Spaß, den Informationen, die wahrhaftig aus dem Inneren des Journalismus stammten, zuzuhören.

Dimitra Mansou für die Waldhof-Redaktion