Medienkonzept

Die Digitalisierung ist ein seit Jahren allumfassend progredientes, das Leben des Menschen vereinfachendes, dabei aber kein unumstrittenes, weil physisch und psychisch einnehmendes Phänomen in Gesellschaft und Wirtschaft. Die Möglichkeiten sind gerade ob der Entwicklungsgeschwindigkeit von Technik und Software enorm und sehr häufig auch für ambitionierte Nutzer kaum zu überblicken. Entsprechend sind Reaktionen auf die Digitalisierung geprägt von einer Polarität zwischen Innovationsfreude und Angst. Wenngleich die Diskussion um Nutzen und Gefahren in der Gesellschaft und auch in der Wissenschaft kontrovers und anregend ist, wird sie doch überstrahlt von der pragmatischen Notwendigkeit, sich mit der Digitalisierung offen und kritisch zugleich auseinanderzusetzen. Dieser Gedanke ist insofern wichtig, als Schule Teil der Gesellschaft, vor allem aber die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichende Institution ist und daher die konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Thema führen muss. Und die Initiativen seitens des Bundes und der Landesregierung, der Medienzentren und Schulträger, Verlage und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung zeigen, wie auf übergeordneten und schulexternen Ebenen die Digitalisierung als Aufgabe angenommen und vorangetrieben wird.

Aus diesen Überlegungen heraus ergibt sich für unsere Schule ebenfalls die Notwendigkeit, sich mit Grenzen und Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen.

Warum digitale Medien?

  • Medien aller Art können Lernprozesse unterstützen und befördern.
  • Bücher und digitale Quellen bieten einen fast unerschöpflichen Pool an Informationen.
  • Textverarbeitungsprogramme ermöglichen eine effektive Produktion und Überarbeitung von Texten.
  • Audio- und Videoaufnahmen ermöglichen es, Lernprozesse und -ergebnisse in anschaulicher Weise zu dokumentieren.
  • Wikis oder Lernplattformen unterstützen die Kommunikation und Kooperation innerhalb einer Lerngruppe, auch außerhalb des Klassenzimmers.

Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Möglichkeiten haben wir uns auf den Weg gemacht, unsere Schule und unseren Unterricht zu digitalisieren.

Unterrichtsentwicklung

Schülerinnen und Schüler nutzen vielfältige digitale Medienangebote in ihrer Freizeit. Eine produktive und reflektierte Haltung gegenüber den damit zusammenhängenden Möglichkeiten kann und muss eine Implementierung in den Schul- und Unterrichtsalltag unterstützen. Hier können digitale Medien zum einen zu einem produktiv-flexiblen und vernetzten Umgang mit Inhalten effizient beitragen und zum anderen Gegenstand kritischer Reflexion sein.

Wir möchten die Potenziale digitaler Medien einsetzen, um…

  • individuelle Kurzlehrgänge, Lernstandsdiagnosen und projektorientierte Arbeitsformen,
  • unterschiedliche individuelle und kooperative Formen selbstständigen Lernens,
  • Lern- und Kommunikationsplattformen für Projekt- und Gruppenarbeiten, auch in der häuslichen Vorbereitung,
  • Binnendifferenzierung,
  • die didaktische und organisatorische Planung von Unterricht im Hinblick auf die sinnvolle Einbindung von Selbstlernphasen in den Präsenzunterricht (z. B. kursergänzend, kursbegleitend, kursunterstützend, kursdifferenzierend) und der damit verbundenen Veränderung der Lehrerrolle im Hinblick auf die Moderation der konkreten Arbeit der Schülerinnen und Schüler,
  • die Vermittlung von Basiskompetenzen selbstständigen Lernens,
  • Lernstandsdiagnosen und Bewertungsmöglichkeiten der Arbeitsprozesse sowie Auswertung und Einbindung der Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht

"Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung. Dieses Recht wird nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährleistet." (Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen §1, Absatz 1)

Insbesondere die vielfältigen Potenziale der individuellen Förderung, die als Recht eines jeden Schülers im Schulgesetz festgeschrieben ist, möchten wir durch den Einsatz digitaler Medien hervorheben. Insbesondere betonen wir dabei:

  • die Individualisierungsmöglichkeiten im Zusammenhang von Aufgabenbearbeitungen, damit zusammenhängendem Feedback und einhergehender Kontrolle (bzgl. des Lernwegs und -niveaus)
  • die Möglichkeiten zur kollaborativen, gemeinschaftlichen Arbeit, die neue, vernetzte Formen des Austausches und der Kommunikation unterstützt und fördert (damit auch entsprechend die Methodenkompetenz) und auch im späteren beruflichen Werdegang eine hohe Wertigkeit besitzt
  • die im Zusammenhang dieser Arbeitsformen zunehmenden kooperativen Sozialformen
  • die Flexibilisierung und Erweiterung der Einbindung bzw. Auslagerung von Arbeitsprozessen, -unterlagen und –ergebnissen in die Schule und nach Hause sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrerinnen und Lehrer
  • die verbesserten Wiederanknüpfungsmöglichkeiten an geleistete individuelle Arbeitsfortschritte

Die Entwicklung im Überblick

Die obige Grafik stellt einen Überblick zu unserem Vorgehen dar. Wir bewegen uns dabei kontinuierlich in die gelben und grünen Bereich vor.

Konkret bedeutet dies, dass...

  • die technische Ebene (rot) geschaffen ist:
    Im ganzen Schulgebäude stehen W-LAN, Beamer (mit unterschiedlichen Zuspielmöglichkeiten) und eine einheitliche Verkabelung zur Verfügung. Diese Möglichkeiten bieten die Voraussetzungen, im Rahmen unseres Konzeptes gemeinsam Schule und Unterricht zu gestalten.
  • die Kollegiumsebene (orange) geschaffen ist und ausgebaut wird:
    Um im Unterricht konstruktiv mit den geschaffenen technischen Voraussetzungen umgehen und sie für anregende Lernprozesse nutzen zu können, benötigt es einen sicheren Umgang damit. Dies wurde und wird mithilfe von (internen) Schulungen des Kollegiums erreicht. Dafür nutzen wir teils private Geräte (Kollegiums-BYOD), teils Dienst-Tablets. Auf Basis des Medienpasses NRW wurden bereits über die unterschiedlichen Fachschaften konzeptionelle Ideen in die Lehrpläne eingearbeitet.
  • die SchülerInnenebene (gelb) mehr und mehr ausgebaut wird:
    Neben den bereits vorhandenen Tabletkoffern stellt uns die Stadt Bielefeld in nächster Zeit weitere Geräte zur Verfügung, sodass der unterrichtliche Einsatz für alle SchülerInnen weiter ausgebaut wird.

Wir stehen in engem Austausch mit allen relevanten Gremien, Personen und Abteilungen (siehe obere Zeile), um die medienkonzeptuelle Entwicklung unserer Schule weiterhin zielstrebig voranzutreiben.

Im Zuge der allgemeinen, grundlegenden Medienbildung bieten wir schon ab der Unterstufe unterschiedliche Angebote an, die zunehmend erweitert werden.