Konzept Begabungsförderung am GaW

Vorwort

Die Begabungsförderung des Gymnasiums am Waldhof (GaW) ist ein Baustein individueller Förderung. Das GaW ist Mitglied im Netzwerk Zukunftsschulen NRW mit dem Thema "Begabungsförderung durch Forschendes Lernen". Durch die Einrichtung von zwei Profilklassen (Science- und Big-Band-Klasse) ab Jahrgang 5 leisten wir bereits frühzeitig einen strukturellen Beitrag zur Begabungsförderung, indem wir unseren Schülerinnen und Schülern Raum geben, individuelle Neigungen und Interessen im musikalischen oder naturwissenschaftlichen Bereich zu entfalten. Damit gelingt eine Begabtenförderung ohne Elitebildung.

Im Rahmen unseres schulischen Förderkonzeptes werden Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen oder Lernstärken gleichermaßen unterstützt. Dabei bieten wir sowohl punktuelle als auch langfristige Fördermöglichkeiten. Individuelle Förderung besteht für uns nicht nur aus dem Aufarbeiten von Defiziten, sondern vor allem in Unterstützung und positiver Verstärkung vorhandener Talente und Neigungen.

Anerkennung für geleistete Arbeit ist uns besonders wichtig, und diese erzielen wir am ehesten dadurch, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern Aufmerksamkeit für ihre Begabung schenken.

Dabei richtet sich die Begabungsförderung an zwei Schülergruppen: Zum einen an begabte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht oder im Schulleben durch besondere Begabungen auffallen und die durch die Klassenkonferenzen zur Förderung vorgeschlagen werden. Zum anderen sind hochbegabte Schülerinnen und Schüler Zielgruppe unserer speziellen Förderangebote. Für beide Schülergruppen ist unser Ziel: durch Lernstruktur Begabung in Leistung verwandeln.

Begabungsförderung am GaW

Die Förderung begabter und hochbegabter Schülerinnen und Schüler besteht aus mehreren möglichen Angebotsarten: dem Enrichment, der Akzeleration, und auch an der Arbeit an möglichen Lernschwierigkeiten durch Coaching. Am Anfang einer jeden Förderung steht jedoch immer das gemeinsame Gespräch zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern. In diesem Gespräch geht es darum gemeinsam herauszufinden, wie die individuelle Ausgangslage ist, um somit auch eine individuelle Lernberatung zu geben.

a) Pädagogische Diagnostik/Beratung

  • fachliche und pädagogische Expertise der Lehrkräfte im Fachunterricht
  • Unterrichtshospitationen gestützt durch spezielle Beobachtungsbögen
  • Im Einzelfall erfolgt - sofern die pädagogische Diagnostik nicht ausreichend ist (oder noch keine aussagekräftige psychologische Testung vorliegt) - eine Überleitung zu einer geeigneten Fachstelle (z.B. Schulpsychologischer Beratungsdienst der Stadt Bielefeld, Psychotherapie-Ambulanz der Universität Bielefeld)
  • Beratungsgespräch mit den Erziehungsberechtigten zwecks Abstimmung von Fördermöglichkeiten

Die Teilnahme dieser Angebote wird mit der Schülerin bzw. dem Schüler reflektiert. Wir vermitteln gerne Kontakte zu speziellen Beratungs- und Diagnosestellen, da wir als Schule keine adäquate Diagnose durchführen können.

b) Fördermöglichkeiten am GaW

Enrichment (innerhalb des Unterrichts)

Enrichment (außerhalb des Unterrichts)

Außerhalb der Schule

Binnendifferenzierung im Fachunterricht

Teilnahme an Wettbewerben (z. B. Bio logisch!, Matheolympiade, Heureka!, Känguru-Wettbewerb, Vorlesewettbewerb)

Kooperation mit der Universität Bielefeld:

· Kolumbus-Kids

· Biologie Hautnah

· Teuto-Lab (Biotechnologie, Robotik)

Erweiterungsprojekte (z. B. "Pull-out-Programme innerhalb der Unterrichtszeit)

Arbeitsgemeinschaften (z.B. Jugend forscht, Jugend Präsentiert)

Schülerakademie OWL zu verschiedenen Schwerpunkten;

"Studieren ab 15"

Lernstoffstraffung

Zeitlich begrenzte Sonderprojekte integriert in der Schulzeit mit einem thematischen Schwerpunkt (z.B. Erstellung einer Schülerzeitung für die Unterstufe)

"Studieren ab 15"

Projektarbeit bzw. Forscheraufträge über einen längeren Zeitraum

Schüler-helfen-Schüler

Wochenendworkshops Netzwerk OWL Begabungsförderung

Drehtürmodell (Teilnahme am Fachunterricht der nächsten höheren Klasse)

Präsentationstag Forschendes Lernen verbunden mit schulinternem Wettbewerb "Jugend Präsentiert"

 

Profilklassen Jahrgang 5-7 (Science-Klasse und Big-Band-Klasse)

   

Sonderpädagogische Begabungsförderung für Schülerinnen und Schüler mit einer Lernstörung (sog. "Underachiever"): Einzelcoachings

 

c) Enrichment: Beispiele aus der Praxis:

  • Erweiterungsprojekt „Pull-out-Programme“
    Pull-out-Programme sind eine gute Möglichkeit zur individuellen Förderung, da hier die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten den Fachunterricht zeitlich begrenzt zu verlassen, um produktorientiert ein Thema aufzubereiten und im Anschluss der Lerngruppe zu präsentieren. In Absprache mit der Lehrkraft wird eine Lern- und Entwicklungsplanung über die Ziele und die Arbeits- und Lerntätigkeit außerhalb des Pflichtunterrichts erstellt. Die Kinder und Jugendlichen planen und dokumentieren so ihre Arbeit fortlaufend. Es sind Verlässlichkeit und Ausdauer erforderlich, um das Projekt durchzuhalten und zu einem vereinbarten Ergebnis zu kommen.
  • Zeitungsprojekt
    Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit in die Rolle von Journalisten zu schlüpfen und in festen wöchentlichen Redaktionsstunde eine Zeitung mit einem thematischen Schwerpunkt für die Unterstufe zu gestalten.

d) Akzeleration (Förderungsangebote, die eine Beschleunigung der Schullaufbahn als Ziel haben)

  • Drehtürmodell (Teilnahme am Fachunterricht der nächsten höheren Klasse)
  • Überspringen einer Klassenstufe
  • Studieren ab 15 (Möglichkeit der Anrechnung von Leistungen für ein späteres Studium) 

e) Konzept Lerncoaching/Einzelcoaching

Vor allem Hochbegabte sind nicht nur mit ihrer außergewöhnlichen (Teil-)Begabung ausgestattet, sondern tun sich in manchen Fällen im Schulunterricht schwer. So haben viele von Ihnen durch Ihre schnelle Auffassungsgabe nie das Lernen gelernt, was sich oftmals an der weiterführenden Schule bemerkbar macht und somit trotz Hochbegabung zu Minderleistung und Schulproblemen führen kann. In speziellen Modulkursen sollen diese Defizite aufgearbeitet werden. So geht es unter anderem um Themen wie

  • soziale Kontakte und Interaktion,
  • Aufmerksamkeit und Konzentration, Selbstorganisation,
  • Lerntechniken,
  • Selbsteinschätzung,
  • aktuelle Probleme,
  • Hilfsangebote für „Underachiever“

Die Arbeit an diesen defizitären Bereichen erfolgt nach gemeinsamer Absprache von Elternhaus und Schule nach dem bewährten Konzept des „Lerncoachings“. Gemeinsam mit anderen Mitschülerinnen und Mitschülern wird individuelles Lernen reflektiert, Hilfe zur Selbsthilfe gegeben, aber auch ganz konkrete Unterstützungsangebote ermöglicht und Ursachenforschung betrieben.

Abschluss

Neben der Vielfalt an Förderung sind uns natürlich deren Qualität und Effizienz sehr wichtig. Dabei ist für uns die Kooperation von Eltern und Lehrerinnen und Lehrern ein ganz wichtiger Bestandteil für erfolgreiches Arbeiten. Wir stehen in ständiger und kontinuierlicher Rücksprache mit Klassen- und Fachlehrerinnen und Fachlehrern, um aktuelle Lernentwicklungen in unsere Arbeit einfließen lassen zu können. Wir beziehen schulische und außerschulische Expertinnen und Experten ein. Die Lehrerinnen und Lehrer der Begabungsförderung nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil und sind in einem landesweiten Expertennetzwerk aktiv.

Ansprechpartner

Dr. Philip-Sebastian Gehring

Fächer:
Biologie, Pädagogik

Am GaW seit: 2011

E-Mail:  

Arbeitsschwerpunkte:

Begabungsförderung im Bereich der Naturwissenschaften Lerncoaching Underachiever, Elternberatung

Tim Vormfenne

Fächer:
Deutsch, Sozialwissenschaften

E-Mail:  

Arbeitsschwerpunkte:

Begabungsförderung im sprachlich-literarisch-künstlerischen Bereich