Die Veranstaltung „Jugend und Parlament“ (JuP) ist ein vom Besucherdienst des Deutschen Bundestags initiiertes Planspiel, das 315 Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren aus ganz Deutschland die Möglichkeit bietet, die parlamentarische Gesetzgebung und Arbeit der Bundestagsabgeordneten zu simulieren. Während des Planspiels erhielt ich die Rolle der fiktiven Abgeordneten Emily Mabeck von der Ökologisch-sozialen Partei (ÖSP), welche das Äquivalent der Partei „Bündnis 90 Die Grünen“ ist. Das gesamte JuP-Parlament bestand folglich neben der ÖSP mit 31 Abgeordneten aus der „Christlichen Volkspartei“ (CVP) mit 156 Abgeordneten, der „Arbeitnehmerpartei Deutschlands“ (APD) mit 96 Abgeordneten und der „Partei der sozialen Gerechtigkeit“ (PSG) mit 32 Abgeordneten.
Thematisch setzten wir uns während des Planspiels mit drei Gesetzesentwürfen und einem Gesetzesantrag auseinander. In fraktionsinternen Arbeitsgruppen, die sich aus drei Ausschüssen zusammensetzten, wurde jeweils ein Entwurf bearbeitet. Ich war im federführenden „Ausschuss für Verkehr und Infrastruktur“ und dufte mich deshalb mit der „Einführung einer regelmäßigen Überprüfung der Fahrerlaubnis bei älteren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern“ befassen. Sowohl die Meinungsbildung innerhalb der Arbeitsgruppen, die fraktionsübergreifenden Ausschusssitzungen als auch die abschließende Debatte im Plenarsaal gestalteten sich sehr spannend, realistisch und herausfordernd.
Die politische Arbeit in einer Oppositionspartei stellte sich als interessante Aufgabe heraus, da - insbesondere in den Ausschusssitzungen – viel Redegeschick und überzeugendes Argumentieren gefragt war. Auch das Miteinander innerhalb der ÖSP war von Freundlichkeit und einer konzentrierten Arbeitsatmosphäre geprägt. Verschiedene weitere Seiten der Arbeit eines Abgeordneten, wie beispielsweise die Einarbeitung in verschiedene Themen, Podiumsdiskussionen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurden uns ebenfalls nahegebracht. Insgesamt sprach mich die Realitätsnähe des Planspiels an, da wir in den beindruckenden Originalräumlichkeiten des Deutschen Bundestags verkehren durften und methodisch den Weg der Gesetzgebung wie im tatsächlichen deutschen Parlament simulierten. Des Weiteren hatte ich die Gelegenheit, durch den Austausch und die Gemeinschaft mit anderen Jugendlichen meine eigene politische Meinung zu festigen.
Die Verpflegung und Unterkunft während des Planspiels waren ausgezeichnet und die Möglichkeit eines Kuppelbesuches sowie ein Treffen mit der Abgeordneten Christina Kampmann für mich besondere Höhepunkte des Aufenthaltes. Bei letzterer Aktion hatte ich Gelegenheit, viele Fragen zur Abgeordnetenarbeit zu stellen und Einblick in das Büro von Frau Kampmann zu bekommen und so Zusammenhänge zwischen unserem Planspiel und der tatsächlichen Situation zu erkennen. Schlussendlich gefallen mir an der politischen Arbeit der Abgeordneten besonders die Themenvielfalt und der Einfluss, den man ausüben kann, kritisch sehe ich die Termindichte und Hektik, die vielseitiges Engagement mit sich bringt.
Alles in allem nehme ich sehr viele mir persönlich komplett neue Erfahrungen mit und kann die Teilnahme an Jugend und Parlament nur empfehlen. In besonderem Maße möchte ich mich bei Frau Kampmann dafür bedanken, dass Sie mir die Gelegenheit der Teilnahme ermöglicht hat, da sie mein Bewusstsein für die Bedeutung von Politik sowie mein Interesse an aktuellen Beschlüssen noch verstärkt hat und ich einfach eine großartige Zeit in Berlin verbringen durfte.























