Wir können es alle erleben – eine Person in unserem unmittelbaren Umfeld weist unregelmäßige Atmung auf, fällt in Ohnmacht und ist bald schon vollständig bewusstlos. Innerhalb von Sekunden geht es ums Überleben. Ist es eine Option, auf professionelle Hilfe zu warten, oder muss man selbst in Aktion treten? Und wie genau könnte man der betroffenen Person in einer solchen Situation helfen? Die Angst, etwas falsch zu machen, lässt einen zweifeln, bis es womöglich zu spät ist. In solchen Momenten sind Ersthelferinnen und Ersthelfer, welche die Situation koordinieren und im Zweifel eine Reanimation durchführen, von großer Bedeutung. Wie genau sie handeln und was sie damit erreichen können, durften die neunte Jahrgangsstufe des Gymnasiums am Waldhof im Rahmen eines Workshops an der Universität Bielefeld erfahren.
Der seit 2017 durchgeführte Workshop entstand durch eine Kooperation zwischen dem Franziskus- Hospital und der Biodidaktik und wird von Lehramtsstudenten in den Bereichen Biologie und Sport geleitet sowie dokumentiert. Ziel ist es, die Kompetenzen im Bereich der Wiederbelebung zu fördern und Hilflosigkeit in gefährlichen Situationen vorzubeugen. Zu Anfang des Workshops bekamen die Schülerinnen und Schüler erstmals eine kleine Einführung in den Aufbau des Herzens und anderen biologischen Grundlagen, bevor sie mithilfe von verschiedensten Geräten die Herzaktivität ihrer Klassenkameraden maßen, um nachzuvollziehen, wie sie sich in bestimmten Situation verändert und beeinflusst werden kann. Der zweite Teil es Workshops wurde in Form von interaktiven Rollenspielen gestaltet. Innerhalb von Gruppen wurden den Schülerinnen und Schülern bestimmte Charaktereigenschaften zugeteilt, welche sie in einer gespielten Ersthilfe-Situation ausführen sollten. So musste sich die ausgewählte Ersthelferin oder der ausgewählte Ersthelfer teilweise mit Partybesuchern oder filmenden Influencern herumschlagen. Im Anschluss dazu lernten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen psychologische Phänomene wie die Verantwortungsdiffusion oder die pluralistische Ignoranz näher kennen, welche von ihnen auf die dargestellten Szenen übertragen wurden. Zuletzt folgte eine Schritt-für-Schritt-Erklärung einer Reanimation, welche jederzeit von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommentiert und befragt werden konnte, wobei vor allem bereits erfahrene Schülerinnen und Schüler ihr Wissen mit den anderen teilen konnten. Die im Voraus erlernten Vorgehensweisen durften dann an Plastikatrappen erprobt werden, wobei gegenseitiges Feedback ausgetauscht wurde. Vor sowie nach dem Workshop war es für die Schülerinnen und Schüler vorgesehen, einen Fragebogen auszufüllen, in dem sie ihre Gefühle und Möglichkeiten in einer Ersthilfesituation schildern sollten. Und obwohl die Ergebnisse von diesem anonym blieben, erfuhr man später, dass der allgemeine Eindruck der Teilnehmerinnen und Teilnehmern positiv war. So beschreibt eine Schülerin den Workshop als „spielerisch gestaltet“ und unterstreicht den gelungenen Aufbau der Lerneinheiten, welche die Aufnahme der für das spätere Leben wichtigen Informationen und Tipps erleichterte.
Text: Sena (9b) für die Waldhof-Redaktion
Illustration: Araya Isabel (9c) für die Waldhof-Redaktion























